Copacabana-Puno

Hallo,
also wie schon angekuendigt sind wir wenn auch einen Tag spaeter als geplant (nachdem Thilo in gnadenloser Schnelle seine ungewollte bakterielle Schwefelroelpsproduktion einstellen konnte) nach Copacabana gefahren. Der Plan war eigentlich gedacht, dass wir in Copacabana 2 Stunden Aufenthalt haben bevor wir umgehend weiter ueber die Grenze ins peruanische Puno fahren. Aber leider wurde unsere Aufenthalt in Copacabana auf wenige Minuten reduziert, da sich unser Bus kurz nach La Paz eine Verschnaufpause mit Keilriemenriss erlaubte, die uns um laut Fahrer mindestens 30 Minuten, tatsaechlich aber knapp 2 Stunden zurueckwarf.

(Auf dem Weg nach Copacabana entstanden 1000 schoene Bilder von denen wir euch hier das mickrigste praesentieren moechten:)

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So wurde aus dem geplanten Gang ueber den Kreuzweg in Copacabana mit Blick ueber den Titicaca-See nichts. Aufgrund der uns verbleibenden Zeit reduzierte sich auch das Mittagessen auf staubige Craecker und n Banaenschen. An der peruanischen Grenzabfertigung bekam Thilo ein Visum fuer 90 Tage und Johanna nach ausfuehrlicher Befragung und Photokontrolle auf Grund ihrer visuellen Erscheinung nach Bitte nicht nur fuer 10 sondern fuer ganze 30 Tage ein Visum.
Der 2stoeckige Bus schuettelte uns 3 Stunden lang an der Kueste des Lago Titicacas in Richtung Puno, der wohl nicht schoensten Stadt Perus, wo wir in dem wahrscheinlich nicht schoensten Hotel (mal abgesehen vom Namen: Hotel Margarita [Hallo Mami] ) abstiegen. Es war wie gesagt nicht das schoenste und auch nicht das bequemste, weder war es das billigste noch war das Fruehstueck ein Hochgenuss der Gefuehle, aber fuer die eine Nacht war es uns recht, denn es hatte einen Fernseher, der das Bild auf wundersame Weise verzerren konnte und es somit schier unmoeglich machte "Leon, der Profi" zu gucken.

Am naechsten Morgen verschliefen wir um 1 Stunde (und merkten 6 Stunden spaeter, dass wir wegen der Zeitverschiebung zwischen Bolivien und Peru doch nicht verschlafen hatten, was wiederum unserer Tagesplanung den entscheidenden Kick gab, denn wir hatten so noch genug Zeit, weiterzufahren nach Arequipa, der ciudad blanca, Hauptstadt des Suedens von Peru,wo wir jetzt sind), fuhren dann mit einem Mopedtaxi zum Hafen und versuchten dort, nachdem wir die Tickets zu den Islas de los Uros gekauft und das startklare Schiff bestiegen hatten, die faellige Hafentaxe mit 5 Bolivianos zu begleichen, was dem listigen Bootsmann natuerlich sofort auffiel. So sahen wir uns gezwungen, unsere Dollars an einem der Hafenbuden zu einem erbaermlich schlechten Kurs in Nuevos Soles umzutauschen. Der erste Teil der 30 minuetigen Bootsfahrt im gleissenden Sonnenlicht war von Johannas tragischem, vermeintlichem Sonnenbrillenverlust (und s war eine gute, die Thilo wie sich spaeter herausstellte fast nach Deutschland geschickt haette, denn wir fanden sie danach aus unerfindlichen Gruenden unversehrt in unserem unabgeschickten Paket)getruebt, was Thilo nicht daran hinderte, mit den peruanischen Compañeros ueber Geister, Goetter, Apus, Pishtacos, Makis, Huanyos, Quechua und Aymara zu philosophieren. (Denn wer weiss schon, dass die Industriemaschinen und die Eisenbahn mit Menschenfett betrieben wird,--> Lesetipp "Tod in den Anden" von Mario Vargas Llosa)
Die Uros leben auf aus Schilf gebauten, schwimmenden Inseln, ernaehren sich von Fisch, Enten und Touristen, die in Scharen auf die Inseln stroemen, sich mit den einheimischen Kindern photogarnieren lassen und sogleich wieder weiterziehen. Wir hatten das Glueck, nicht in einem dieser Touristenboote zu sitzen, sondern verbrachten unseren Vormittag mit einem erzaehlfreudigen Limeño, einem subofficier aus tacna und einem kleinen, suessen Alten voller Lebensweisheit. So konnten wir in Erfahrung bringen, dass die peruanischen Maenner der Dame ihrer Wahl einen Stein an den Kopf werfen, um ihre Paarungsbereitschaft zu testen. Antwortet die Dame ebenfalls mit einem gezielten Steinwurf an den Kopf des Herren, so darf dieser sich frei fuehlen ihr singend seine Liebe zu gestehen. Antwortet die Dame dagegen mit einem wuchtigen Stockhieb, so sollte der Herr weitere Annaeherungsversuche tunlichst vermeiden.
Wahrend den Inselbesuchen und Schilfrohrknabbern entstand dieses Prachtbild:

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